Gretchenfrage: Nachhaltig unternehmerisch agieren und beraten, geht das?

Drei Mitarbeitende der APP Unternehmensberatung AG stellen sich selbstkritisch die Frage, was Nachhaltigkeit für das Unternehmen genau bedeutet. In einer offenen und ungezwungenen Runde wird darüber diskutiert. Eine interne Analyse zeigt, dass die APP ständig bestrebt ist, nachhaltig zu arbeiten. Wie sich dies in der täglichen Arbeit widerspiegelt, erzählt uns Laura Kieser nach ihrem Gespräch mit Stefan Müller und Martin Vogel.

Text von Laura Kieser

Stefan Müller

«Nachhaltigkeit» schreibt sich heutzutage fast jede Unternehmung auf die Fahne. Es ist ein Wort, mit welchem positive Assoziationen, in einer aufgeklärten Gesellschaft wie die Schweiz es ist, herbeigeführt werden. Längst ist klar, dass Ressourcen auf dieser Welt beschränkt verfügbar sind. Auch die APP Unternehmensberatung AG hält prominent auf der Website fest: «Nachhaltigkeit ist unser oberstes Gebot».

Stefan Müller arbeitet seit April 2018 bei der APP und hat kurz vorher sein BWL-Studium an der Universität Bern abgeschlossen. Auf die Frage, weshalb Nachhaltigkeit wichtig für die APP sei, antwortet Stefan Müller direkt: «Der Umwelt zuliebe». Doch geht es einer Unternehmensberatung wirklich um ökologische Aspekte? «Auch», kontert Martin Vogel. Er schliesst gerade sein BWL-Studium mit der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik an der Universität Bern ab und arbeitet gleichzeitig Teilzeit bei der APP. «Die APP möchte zum Beispiel das Papier reduzieren und physische Unterlagen komplett digitalisieren », meint Martin Vogel. Ich stelle daraufhin kritisch die Frage, ob dieses Beispiel wirklich aus ökologisch nachhaltigen Gründen getrieben werde oder eher, weil sowieso alles digitalisiert wird?

«Die APP versucht sich bezüglich Nachhaltigkeit ständig zu verbessern. Auch im ökologischen Sinne. Seit neustem gibt es Ladestationen für Elektrovelos und -autos». Die Aufladung erfolgt zu 100 % mit Solarstrom. Seitdem sind unsere regulären Autoparkplätze weniger besetzt. Natürlich gibt es noch Luft nach oben. «Wir haben zum Beispiel einen grossen PET-Flaschen-Verschleiss», antwortet Martin Vogel darauf.

Ich frage in die Runde, was, einmal abgesehen vom ökologischen Gedanken, «Nachhaltigkeit » in der täglichen Arbeit eines Beratenden wirklich bedeutet? «Dazu gehört, dass man das Gesamtoptimum betrachtet, Synergien findet und nützt», erklärt Stefan Müller. Ich stelle fest, dass es also möglich ist, nachhaltig zu agieren, indem entsprechende Methoden eingesetzt werden.

Die APP setzt auf Methoden, die das Gesamtoptimum im Auge behalten. Dies bedeutet auch, dass unabhängig vom Themenfeld des Projektes bei der APP die Wahl des Vorgehens entscheidend sein kann, ob eine nachhaltige Lösung herbeigeführt wird oder nicht. Genau das möchte die APP als «oberstes Gebot» einhalten. «Es geht darum, das Rad nicht immer neu zu erfinden, sondern bestehende Ressourcen zu verwenden», meint Stefan Müller weiter. «Bei der APP sind es jedoch nicht nur die Methoden », erklärt Martin Vogel, «wir haben uns entschieden, auch auf fachlicher Ebene in die Energiebranche einzusteigen und dort nachhaltige Projekte, zum Beispiel im Bereich Smart City, zu unterstützen». Er ist zusammen mit Stefan Müller und weiteren APP-Mitarbeitenden Teil eines Kernteams, welches sich Projekten und Themen in der Energiebranche widmet.

Die Welt der APP dreht sich vorwiegend um die Schnittstelle zwischen Business und IT. IT-Lösungen wechseln schnell und der IT-Markt ist unbeständig. Dabei ist für uns als Beratende die Auseinandersetzung mit Fragestellungen zur Nachhaltigkeit umso wichtiger, und zwar nicht nur im ökologischen Sinne. Die Forschungsstelle für Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern liefert dabei einen Ansatz, welcher uns inspiriert. Digitale Wissensgüter sollen einerseits ressourcenschonend hergestellt werden und anderseits auch langfristig zugänglich gesichert werden. Dabei spielt Transparenz eine wichtige Rolle. Nur dann können Argumente wie «das Rad nicht neu erfinden und Synergien nutzen» wirklich eingehalten werden. Ein konkretes Beispiel ist der Einsatz von Open Source- Software OSS. Die APP hat Stellung dazu genommen, wie OSS in der öffentlichen Verwaltung noch besser etabliert werden könnte, indem zum Beispiel öffentliche IT-Ausschreibungen für OSS-Anbieter attraktiver werden. Des Weiteren unterstützt die APP nachhaltige Projekte wie die Konferenz für Digitale Nachhaltigkeit DINAcon. Zudem setzt die APP innerhalb der Unternehmung auf Transparenz. Das heisst, sämtliche Kennzahlen sowie auch Saläre von allen Mitarbeitenden sind für alle jederzeit einsehbar. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass die Führung aus den eigenen Reihen besteht und die Unternehmung als Aktiengesellschaft im Besitz der Mitarbeitenden ist. Dies erzielt unternehmerische Nachhaltigkeit.
Ob im ökologischen Sinne oder im Sinne des langfristigen Denkens, das Thema Nachhaltigkeit hat viele Facetten und ist nicht immer messbar. Durch Transparenz und die Förderung einer nachhaltigen Arbeitsmethodik leistet die APP ihren Beitrag und ist bestrebt, diesen weiter auszubauen. Martin Vogel hat konkrete Vorschläge, wie die APP Nachhaltigkeit noch stärker etablieren könnte: «Die Mitarbeitenden der APP könnten Anreize bekommen, nur noch auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzen oder in entsprechend nachhaltigen Restaurants zu essen.». Stefan Müller sagt ergänzend: «Nachhaltigkeit könnte ein Teil der Bewertung im Jahresgespräch sein. Natürlich mit messbaren Kriterien».

Für mich ist klar, Nachhaltigkeit wird gefördert, indem die einzelnen Mitarbeitenden sowie die Unternehmung als Ganzes sich verantwortlich fühlen, sich mit den verschiedenen Aspekten von Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, und gewillt sind, etwas dafür zu tun. Da ist die APP auf gutem Wege. «

APP Unternehmensberatung AG

Die APP Unternehmensberatung AG ist ein etabliertes und expandierendes Beratungsunternehmen an der Schnittstelle zwischen Geschäfts- und Informatikwelt. An den Standorten Bern, Zürich, Basel und Luzern engagieren sich über 60 Beraterinnen und Berater gemeinsam mit unseren Kunden für nachhaltige Lösungen in den Bereichen Organisation und Prozesse, Informationstechnologie, Strategie und Unternehmensführung und Projektmanagement. Seit über vierzig Jahren zeichnet sich die APP aus durch ausgewogenes Wachstum, Work-Life-Balance, grossen Teamgeist und attraktive Aufstiegschancen für unternehmerische Macher und Projektmenschen. Das Unternehmen ist im Besitz seiner Mitarbeitenden.

Laura Kieser

Laura Kieser ist ehemalige Mitarbeiterin der Forschungsstelle für Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern und seit Februar 2017 bei der APP Unternehmensberatung AG tätig.

Stefan Müller

Stefan Müller, Master in Business Administration, Universität Bern, Masterarbeit beim Institut für Wirtschaftsinformatik .

Martin Vogel

Martin Vogel, Master in Business Administration, Universität Bern, Masterarbeit beim Institut für Wirtschaftsinformatik