23.09.2025 | Studium | Studierende

Mein Kurzaustausch in Irland: Zehn Tage mit Enlight in Galway

Ich bin Dustin und studiere BWL im Master mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik an der Universität Bern. Im letzten Frühling durfte ich dank des Enlight-Programms einen Kurs an der University of Galway in Irland besuchen und darüber möchte ich euch mehr erzählen.

September 2025

Text von Luisa Mäder

Warum hast du dich für einen Austausch mit Enlight entschieden?

Enlight ist ein Zusammenschluss von zehn europäischen Universitäten und fand dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Das Programm gibt Studierenden wie mir die Chance, den eigenen Horizont zu erweitern, neue Kulturen kennenzulernen und den Uni-Alltag einmal ganz anders zu erleben.

Die Kurse dauern meist ein bis zwei Wochen und werden durch eine Online-Vorbereitung sowie Übungen begleitet. In meinem Kurs gab es vor allem Vorlesungen mit integrierten Übungen, die benotet wurden.

Mir gefiel der Gedanke, nicht ein halbes Jahr, sondern nur ein bis zwei Wochen weg zu sein. So konnte ich das Austausch-Feeling erleben und gleichzeitig Menschen aus ganz Europa kennenlernen und das mit deutlich weniger organisatorischem Aufwand. Auch bei der Unterkunft war es unkompliziert. Ich habe mir einfach für eine Woche ein Airbnb gemietet und musste mich nicht langfristig um ein Zimmer kümmern.

Gruppenfoto vom Kurs „AI for Everyone”
Gruppenfoto vom Kurs „AI for Everyone” © Dustin Setz

Warum hast du dich für Galway entschieden und welchen Kurs hast du dort besucht?

Ich wollte schon immer einmal nach Irland, weshalb ich mich für Galway entschieden habe. Die Stadt am Meer ist eine Studierendenstadt und hat mir sofort gefallen. Dazu hatten wir Glück mit dem Wetter: Eine Woche Sonne und 18 Grad im April, was für Irland eher untypisch ist.

Mein Kurs hiess „AI for Everyone“. Dort trafen sich Studierende aus allen Fachrichtungen, um über KI zu diskutieren. Dadurch wurde das Thema aus vielen verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Einige Kunststudierende sprachen beispielsweise über Copyright-Fragen oder die Möglichkeit, dass KI Kunst ersetzen könnte. Einer der Professor*innen kam aus der Mathematik und erklärte uns die mathematischen Grundlagen der KI. Auch wenn wir nicht alles verstanden haben, war es spannend, diese unterschiedlichen Perspektiven zu hören.

Wie hat deine Woche in Irland ausgesehen?

Ein Kollege und ich haben vor dem Kurs noch drei Tage in Dublin verbracht, bevor wir mit dem Zug nach Galway weitergereist sind. In Galway hatten wir jeden Tag von 9:00 bis 15:00 Uhr Vorlesungen. Die Uni organisierte zweimal ein Nachmittagsprogramm. Einmal fand ein Drummer-Workshop in einem Pub statt und einmal besuchten wir das Computer Science Museum der Universität Galway.

An den anderen Nachmittagen gingen wir gemeinsam zum Strand, etwas essen oder in ein Pub. Die Uni liegt auf einem grossen Campus – so gross, dass wir uns auch am dritten Tag noch verlaufen haben. Besonders gefallen hat mir, dass es dort sogar Pubs auf dem Campus gibt und bei schönem Wetter alle draussen zusammensitzen und die Sonne geniessen.

Uferpromenade in Galway
Uferpromenade in Galway © Dustin Setz

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Austauschprogramm Enlight?

Es war eine richtig coole Erfahrung und die Organisation hat super funktioniert. Besonders schätze ich die Flexibilität: Man kann einfach für eine Woche an eine andere Uni gehen und dort einen Kurs besuchen. Zusätzlich habe ich ein Stipendium von 500 Franken erhalten, das meine Flüge und die Unterkunft abgedeckt hat.

Am spannendsten war es, so viele Studierende aus ganz Europa kennenzulernen und Einblicke in ihre Studienerfahrungen zu erhalten. Der Austausch mit Studierenden aus Estland hat mir beispielsweise gezeigt, wie unterschiedlich der Uni-Alltag sein kann. So haben sie beispielsweise zwei Stunden Vorlesungen ohne Unterbrechung, während wir uns viel öfter kürzere Pausen gewohnt sind.

Wie hat dir Irland gefallen und was hat dir an deinem Aufenthalt besonders gut gefallen?

Irland hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Dublin eher weniger, dafür umso mehr Galway: eine kleine, charmante Stadt am Meer, die mich an Bern erinnert hat – mit vielen Studierenden, Pubs, Restaurants und einem lebendigen Geschehen auf den Strassen. Schon die zweieinhalbstündige Zugfahrt dorthin war beeindruckend. Sie führte durch grüne Landschaften und vorbei an kleinen Dörfern.

Auch die Dauer meines Aufenthalts fand ich ideal. Insgesamt war ich rund zehn Tage weg: lang genug, um den Alltag vor Ort zu erleben, aber kurz genug, um schnell wieder in das eigene Umfeld zurückzufinden. Besonders interessant war für mich der Austausch mit Studierenden aus ganz Europa, wodurch mein Aufenthalt unvergesslich wurde.

Fussgängerstrasse in Galway
Fussgängerstrasse in Galway © Dustin Setz

Wem würdest du einen Austausch mit Enlight empfehlen?

Eigentlich allen. Besonders aber Studierenden, die nicht ein ganzes Semester weg wollen oder erst einmal ausprobieren möchten, ob ein längerer Auslandsaufenthalt zu ihnen passt. Enlight eignet sich auch für alle, die neugierig auf andere Menschen und Kulturen sind und erleben möchten, wie Studieren in anderen Ländern funktioniert.